2021-06-04

Der tägliche Konflikt

Die Sicht der Dinge ist immer relativ und subjektiv. Zwei Menschen können die gleiche Sache niemals auf genau die gleiche Weise sehen. Es gibt immer Unterschiede, wenn auch manchmal nur kleine. Unser Blick auf etwas ist selten klar, meistens getrübt von unserer Stimmung oder unseren Gefühlen, unseren Erfahrungen und unseren inneren Glaubenssätzen. Jeder sieht die Welt durch eine andere Brille und wir können diese Brille nur schwer ablegen. Ich erlebe das jeden Tag mit meinen Kindern. Die eine sagt, es war so, die andere sagt, es war so und ich habe es nochmal anders wahrgenommen. Keiner lügt!!! Sie haben eben nur eine andere Sichtweise!

Zuhause haben wir die Sichtweise der Pubertät, die Sichtweise eines Kindes und die Sichtweise eines Erwachsenen. Jeden Tag Streit! Ich sag Euch, es ist manchmal der Horror! Wenn ich versuche den beiden zu erklären, dass nun mal jeder eine andere Sichtweise hat, wird mir kurzerhand erklärt, dass jede andere Sichtweise als die eigene Schwachsinn ist.

Die Lösung für das Problem?

Es gibt leider keine Patentlösung. Das Schlüsselwort ist Respekt.

Respekt in jeglicher Hinsicht. Bevor ich die Meinung und Sichtweise eines anderen annehmen kann, muss ich ihn und seine Meinung erst respektieren. Und Respekt können wir unseren Kindern nur beibringen, wenn wir sie und ihre Sicht der Dinge respektieren. Das heißt wir müssen Respekt vorleben.

Respekt für eine manchmal offensichtlich verschobene Sichtweise zu entwickeln ist ebenfalls schwierig.

Ich muss meinen Kindern auf irgendeine Weise klar machen, dass ich ihre Sicht zwar respektiere, aber nicht teile, denn ich möchte ja authentisch und auch bei meiner Meinung bleiben. Ich habe festgestellt, dass das für mich zu den schwierigsten Dingen gehört, die ich in der Erziehung bisher erlebt habe. Nur ein falsches Wort zu meinem Pubertier oder auch nur ein Hauch von falscher Tonfall und schon stehe ich unter Generalverdacht, dass ich es nicht ernstnehme oder möglicher Weise dem Geschwisterchen den Vorzug gebe.

Es gibt nur drei Dinge, die in dieser Situation wirklich helfen:

zuhören, zuhören, zuhören!!!!!
Verstehen, verstehen, verstehen!!!!
Respekt!

Und immer wieder der Liebe versichern, die wir für sie empfinden….

….auch wenn wir sie manchmal wie den Froschkönig an die Wand werfen wollen und um Erlösung bitten.

Mamis und Papis: ihr seid so toll, dass ich das alles mitmacht! Ich bin stolz auf Euch!

Eure Jenny

Joey2480 - 18:24:26 @ Allgemein | Kommentar hinzufügen