2022-01-05

Resümee: Mit Liebe zum Ziel!

In meinem letzten Beitrag habe ich Euch davon berichtet, dass ich versuchen möchte, meine Kinder immer und bedingungslos zu lieben und das auch zu zeigen. Ich liebe sie natürlich immer, aber das auch immer zu zeigen, ist manchmal wirklich sehr schwierig, denn unsere Kinder verhalten sich manchmal in unseren Augen „falsch“. Ich versuche, nicht mehr dieses Wort zu benutzen, denn es wertet ein Verhalten so ab. Mein neues Lieblingswort dafür ist ungünstig. Es kann also passieren, dass das Verhalten meines Kindes ungünstig für unser Familienleben ist, weil es zu Streit führt.
Das kann zum Beispiel sein, dass es verletzende Dinge zu einem Familienmitglied sagt oder aber nicht aufräumt oder auch andere Dinge.
Was also tun? Das Wichtigste in meinen Augen ist, niemals das Kind selbst zu bewerten, sondern nur das Verhalten, denn es könnte sonst am Selbstwert des Kindes großen Schaden anrichten. Ich will Euch einige Beispiele nennen.
1. Das Kind lässt im Wohnzimmer einige Dinge liegen und räumt sie nach Aufforderung nicht weg. Ein abwertende Aussage wäre: „du bist so unordentlich und störrisch.“ Damit werte ich die Person, und nicht das Verhalten. Wenn ich stattdessen sage: „Ich kann so nicht saubermachen. Räum sie bitte weg.“ „Wenn du deine Sachen nicht wegräumst, räume ich sie in den Keller (oder an einen sonstigen ungeliebten Ort).“ Dann habe ich eine Erklärung, warum gerade jetzt und/oder eine bevorstehende Konsequenz des ungünstigen Verhaltens.
2. Das Kind sagt verletzende Dinge zu einem Familienmitglied. Ich könnte abwertend sagen: „du bist gemein und verletzend.“ , oder ich könnte mehr auf das Verhalten abzielen und sagen: „wenn du solche Dinge sagst, fühlt sich deine Schwester sehr gekränkt und ist traurig.“ Dabei bewerte ich nicht die ganze Person, sondern nur das Verhalten in dem Moment.

Wichtig ist also,  -wenn möglich- eine logische Konsequenz zu finden und verbal nur auf das Verhalten abzuzielen.
Schaffe ich das, kann ich im gleichen Atemzug sagen, dass ich es lieb hab, ohne Groll.
Das ist nicht immer leicht, denn unsere Kinder sehen es oft darauf ab, uns in Rage zu bringen und provozieren uns bis aufs Blut. Aber gerade die Reaktionen und Entscheidungen, die wir in den Momenten der Wut und unter Provokation treffen, sind meistens die ungünstigsten.
Ich habe also versucht, mich nicht provozieren zu lassen, ruhig zu bleiben und manchmal auch einfach erst kurz nachzudenken, bevor ich antworte oder entscheide. Ich bin manchmal sogar kurz rausgegangen, um aus der Situation zu gehen und alles mit Abstand zu betrachten. Das ist schwierig, denn unsere Kinder sehen es ja oft darauf ab, uns zur Weißglut zu bringen. Und wie oft fragen wir uns, ob wir uns das wirklich gefallen lassen müssen. Aber wenn wir mal ehrlich sind, können wir unseren Kindern nicht wirklich den Mund verbieten oder sie daran hindern, solche Dinge zu uns zu sagen. Das macht es nur noch schlimmer. Ich versuche dann immer, mir klarzumachen, dass mindestens die Hälfte von dem Gesagten nicht so gemeint ist. Ich habe dafür einen Satz, nur für mich:

Kinder lieben ihre Eltern! Das ist so!

Sei ein gutes Vorbild und mach es deinen Kindern besser vor. Sie werden es dir eines Tages nachmachen! Denn sie machen dir alles nach. Aber das Wichtigste: Lass sie immer und überall spüren, dass deine Liebe immer da ist, egal unter welchen Umständen.

Joey2480 - 21:12:14 | Kommentar hinzufügen